Im zweiten Qualifikationsspiel der Fußball-Oberstufenmeisterschaft fertigte unsere HTL Wien 10 – Auswahl die Spieler der HAK Friesgasse mit einem klaren 7:1 ab. Trotz test- und schularbeitsbedingter Ausfälle in den eigenen Reihen reüssierten unsere Cracks gegen einen frevelhaft undisziplinierten, unorganisierten und unsportlich agierenden Gegner, der bereits nach 10 Minuten mit einer blauen und einer roten Karte gemaßregelt werden musste. Um eine Eskalation zu vermeiden, entschied der Schiedsrichter das Spiel vorzeitig beim Spielstand von 7:1 zu beenden. Unser Team ist somit vorzeitig fix für den Hauptbewerb im Frühling qualifiziert, der sportliche Mehrwehrt dieses Spiels ist jedoch als bescheiden einzustufen.

 20181019 Schuelerliga Mannschaft k

Mannschaftskader: Mustafa Altundag, Mert Icen, Jan Bruna, Dursun Zekeriya, Enes Yilmaz, Dario Grgic, Patricio Six, Melih Alici, Fawad Rahimi, Anil Özdemir, Sinan Ipci, Okan Yilmaz, Arben Kokollari

Mannschaftsbetreuer Prof. Truttmann im Interview nach dem Spiel:

Interviewer: 7:1 für die HTL Wien 10, ein vorzeitiger Schlusspfiff, zwei blaue und eine rote Karte für die HAS Friesgasse. War das ein Match nach Ihrem Geschmack?

Truttmann: Definitiv kein Spiel nach meinem Geschmack! Bei allem Ehrgeiz und Siegeswillen, im Endeffekt sollte trotzdem die Freude am Spiel im Vordergrund stehen und am Ende die bessere Mannschaft gewinnen. Ich bin aber extrem stolz auf unser Team, dass es sich nicht durch die unsportlichen Beschimpfungen und körperlichen Attacken provozieren hat lassen und cool den Sieg nach Hause gespielt hat, auch das ist eine nennenswerte Leistung!

Interviewer: … und spielerisch?

Truttmann: Es wäre spannend gewesen zu sehen, wie sich das diesmalige Fehlen wichtiger Leistungsträger wie Amar Osmanovic, Dennis Paschinger sowie Anil Özdemir (Anm. letzterer nur in der ersten Halbzeit) auf unser Spiel ausgewirkt hätte. Leider war das heute unter diesen Umständen nur bedingt möglich.

Interviewer: Haben sich die neuen Spieler in das Team gut eingefügt.

Truttmann: Einige Neuzugänge konnten heute auf ihren Stammpositionen, die sie im Verein spielen, eingesetzt werden. Dario Grgic hat mir als 6er heute sehr gut gefallen, Sinan Ipci und Melih Alici machten ebenfalls sehr gute Figur. Trotzdem hat mir ein bisschen die Ruhe und der Zusammenhalt im Mittelfeld gefehlt, insbesondere im Umschalten von defensiv auf offensiv und umgekehrt.

Interviewer: Also spielerisch doch nicht zufrieden?

Truttmann: Das kann man so nicht sagen. Wir haben gerade zu Beginn sehr gut kombiniert und viele exzellente Pässe in die Tiefe spielen können. Noch vor der roten Karte haben wir zweimal an die Latte geschossen. Das zeugt schon von spielerischer Klasse. Aber manchmal agieren wir zu unorganisiert, wir brauchen einfach noch mehr taktische Disziplin.

Interviewer: Apropos Taktik, in jedem Spiel switchen Sie in der Pause von einem 4:4:2- auf ein 3:5:2 oder umgekehrt. Überfordern Sie dabei Ihre Spieler taktisch nicht ein wenig.

Truttmann: Vielleicht ja, aber da wir nicht miteinander trainieren können, müssen wir im Match ein bisschen üben, denn taktische Flexibilität gehört zum modernen Fußball dazu.

Interviewer: Aber beim 3:5:2 – System ist noch viel Sand im Getriebe, oder?

Truttmann: Mir fällt ebenfalls auf, dass wir bei dieser Variante unsicherer wirken. Andererseits liegt das vielleicht auch im Wesen dieses offensiveren Systems, dass man leichter Gefahr läuft, besonders über die Flanken ausgekontert zu werden. Da sind besonders die Außenspieler extrem gefordert und müssen von den zentralen Spielern dementsprechend unterstützt werden. Aber so funktioniert eben intelligenter Fußball - ein taktischer Mannschaftssport, in dem alle gemeinsame Verantwortung tragen …

Interviewer: Das klingt aber jetzt sehr Champions League like …

Truttmann: Allerdings, lassen wir die Kirche im Dorf. 4:4:2 ist unsere Sicherheitsvariante, auf der wir aufbauen. Aber wenn es darauf ankommt, ist es nicht schlecht, auch einmal umstellen zu können.

Interviewer: Die Qualifikation ist erledigt, der Gruppensieg fast schon fix. Was erwartet uns am 20. November beim letzten Qualifikationsspiel gegen das Theresianum?

Truttmann: Jene Schüler, bei denen es notenmäßig etwas enger ist, werden voraussichtlich nicht dabei sein und einige neue Spieler können noch getestet werden. In jedem Fall ist es unser Ziel, den Gruppensieg einzufahren und im Einsertopf für die Frühjahrsauslosung zu landen.