Zu Beginn des Programms bildete jede Gruppe mit ihrem Guide einen Sesselkreis und machte sich Gedanken zu bestimmen Fragen bezüglich des Nationalsozialismus. Kurz darauf begann auch die Führung durch die Gedenkstätte. Zuerst besichtigten wir den damaligen Sportplatz der SS-Männer, die als Aufseher im Arbeitslager Mauthausen arbeiteten und dort zum Vergnügen Fußball spielten, während die KZ-Insassen zu Tode geschunden wurden. Gleich daneben befand sich auch das damalige „Krankenlager“.

Daraufhin gingen wir ein Stück weiter, um uns den Steinbruch anzuschauen. Zu sehen war auch die sogenannte Todesstiege, die zum Steinbruch führte. Der Name Todesstiege kommt von der unglaublichen Anzahl an Toten, die während der Zwangsarbeit beim Auf- und Abgehen dieser ungefähr 200 Stufen langen Stiege zustande kam. Beim Schleppen von schweren Granitblöcken verloren viele das Gleichgewicht und stürzten zu Tode. Nachdem uns ausführlich alles über die Todesstiege und den Steinbruch erzählt wurde, besichtigten wir den damaligen SS-Aufseherbereich. Vom diesem einstigen SS-Bereich ist nicht viel übriggeblieben, heute befindet sich dort eine Gedenkstättenausstellung, die wir uns auch angesehen haben.

Gleich danach hatten wir eine zwanzigminütige Pause. Nach der Pause gingen wir ins Zentrum des Lagers, wo sich die Barracken, Waschräume, Keller und Schlafräume befanden. Dort konnte man eindrücklich sehen, unter welchen Umständen die Gefangenen des Arbeitslagers leben mussten.

Nachdem wir uns all diese Grausamkeiten angeschaut haben, gingen wir zur vorletzten Station der Führung, nämlich ins Museum. Dort waren die Sezierräume, das Krematorium, die Verbrennungsöfen und die Gaskammer zu sehen. Darüber hinaus befindet sich in diesem Museum ein Raum, wo sich die Namen aller (bekannten) Opfer des Arbeitslagers Mauthausen befinden. In diesem Raum stehen die Namen von über 80.000 Opfern des Konzentrationslagers.

Unsere letzte Station war der Friedhof. Nachdem wir diesen angesehen haben, gingen wir zurück zum Ausgangspunkt der Führung, um dort nochmal die Exkursion zusammen zu fassen und mit den Guides zu besprechen, bevor wir die Heimreise antraten. Wir sind dann um ca. 16:00 zurückgekommen und wurden entlassen.

Im Großen und Ganzen haben wir sehr viel Information über das mörderische System der Konzentrationslager bekommen. Die Führung war insgesamt sehr gut strukturiert. Meiner Meinung nach sollte jeder junge Mensch ein Konzentrationslager einmal im Leben besucht haben und sich mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen. Persönlich haben mich wahrscheinlich die Barracken am meisten schockiert, die ungefähr so groß waren wie zwei Klassenräume. Es ist unvorstellbar, dass in einer solchen Baracke 300 erwachsene Menschen unter unhygienischen, unbeheizten Umständen schlafen mussten, kaum zu essen bekamen und schwerste Arbeit im Steinbruch leisten mussten.

Für mich war der Ausflug in das Konzentrationslager Mauthausen insgesamt sehr interessant, informationsreich und erschütternd. Alles in allem war es die lange Fahrtzeit definitiv wert.

Dori Sharon, 2 BHME