Die Werte der EU und die Rolle der Religionen

Die ersten beiden Dekaden des 21. Jahrhunderts waren geprägt von starken gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. Die Europäische Union und ihre Bürger*innen waren nicht nur mit der Wirtschaftskrise konfrontiert, sondern erlebten auch eine starke Zuwanderung aufgrund von Konflikten sowie das heißeste Jahrzehnt der Messgeschichte.

Die Fluchtbewegungen, die 4. Industrielle Revolution und die Klimakrise führten zu einer Veränderung der gewohnten Weltordnung und zu einem Auseinanderdriften der Gesellschaften. Pro-Europäer*innen vs. Nationalist*innen, Fridays for Future-Bewegung vs. Klimawandelleugner*innen, Atheist*innen vs. religiöse Fanatiker*innen – hier nur ein kleiner Auszug der Gräben, welche sich im 21. Jahrhundert entwickelten.

Somit müssen wir uns die Frage stellen: Welche Rolle spielen die Werte der Europäischen Union noch und hat die Religion überhaupt noch eine Bedeutung? Sind unsere europäischen Grundsätze und die Werte, welche uns die Religionen seit Jahrhunderten versuchen zu vermitteln, im 21. Jahrhundert obsolet? Oder bedingen sie einander? Stehen diese überhaupt im Einklang?

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Nach den Semesterferien sind wir an der HTL Wien 10 gleich mit einer Diskussionsrunde ins neue Semester gestartet. Knapp 100 Schüler*innen der Mechatronik- und Maschinenbauabteilung konnten mit unseren Gästen aus Politik, Gesellschaft und Religion

  • Awi Blumenfeld (Judentum)
  • Erhard Busek (Politik, Vizekanzler a.D., ÖVP)
  • Sibylle Hamann (Politik, Nationalratsabgeordnete und Bildungssprecherin, Die Grünen)
  • Lisz Hirn (Philosophin und Ethikerin)
  • Franz Ochenbauer (Christentum, röm.kath.)
  • Martin Pammer (Politik, Botschafter der Republik Österreich in Bosnien und Herzegowina)
  • Gernot G. Stanfel (Islam)

im persönlichen Gespräch diskutieren.

In Kleingruppen wurden unter der Moderation der Gäste ein Wertekanon erörtert, welcher für das Funktionieren der Gesellschaft im 21. Jahrhundert grundlegend ist. Vor allem die Frage nach der Rolle und Bedeutung der Religionen standen hierbei im Fokus. Am Ende der Gesprächsrunden präsentierte jede Gruppe ihre Werte und wir stellten fest, dass Gleichstellung, Gerechtigkeit und Freiheit unsere Grundwerte bilden sollten, um gut und gemeinsam in einer pluralistischen Gesellschaft leben zu können. Zum Abschluss folgte noch eine hitzige und interaktive Diskussion zwischen unseren Gästen und den Schüler*innen. Besonders das Thema der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie gleichgeschlechtliche Beziehungen standen im Fokus. Auch aktuelle politische Themen, wie z.B. der Umgang mit religiösen Symbolen im öffentlichen Raum, kamen nicht zu kurz. Dieser Vormittag brachte neue Inputs an unsere Schule, sorgte für neue Denkanstöße bei unseren Schüler*innen und zeigte wie divers manchmal der Zugang zu gewissen Thematiken ist.

Für genauere Einblicke empfehlen wir einen Klick durch unser Fotoalbum und bedanken uns für diesen gelungen Vormittag bei unseren Diskutierenden und teilnehmenden Schüler*innen.

LUX - KUD - SEH

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