Abteilungsvorstand: Dipl.-Ing. Hermann Josef ZAUNER

Ausbildungsschwerpunkt "Energietechnik und industrielle Elektronik" (Enertronik)


Kurzcharakterisierung der fachlichen Ausbildung:
Elektrotechnik in vollem Umfang mit breiter Basis, vielfältigen Verbindungen zu moderner Technik und hohem Bezug zu Praxis und Wirtschaft.

ALLGEMEINES:

Die Ausbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren und endet mit einer Reife- und Diplomprüfung.

Die Pflichtgegenstände umfassen drei Hauptgruppen:

  • allgemeine Gegenstände (Allgemeinbildung, Sprachausbildung, Naturwissenschaft, Wirtschaft und Recht, Persönlichkeitsbildung)
  • fachtheoretische Gegenstände (technische Gegenstände für den Theorieunterricht)
  • fachpraktische Gegenstände (Laboratorium, Werkstätte, Werkstättenlabor, Konstruktionsübungen)


Weiters kann jeder Schüler unverbindliche Übungen und Freigegenstände besuchen. Das Pflichtpraktikum von 8 Wochen verstärkt den Praxisbezug.

AUSBILDUNGSZIELE:

Die Ausbildung vermittelt umfangreiche Kenntnisse über Planung, Dimensionierung und Realisierung technischer Projekte in den Bereichen:

  • Automatisierungstechnik
  • Computertechnik
  • Elektrische Antriebstechnik (Fördertechnik, Umrichtertechnik, Robotertechnik)
  • Elektronik und Mikroprozessortechnik
  • Energietechnische Anlagen (Nieder-, Mittel- und Hochspannungsanlagen in Kraftwerken, in Energieversorgungsunternehmen, in der Industrie und in der Versorgung von Gebäuden)
  • Informationstechnik
  • Steuerungen, Regelungen für Industrie, Gewerbe und Gebäudeautomation


Eine sorgfältige Grundausbildung ist wegen der Vielzahl von Fachbereichen wichtiger als je zuvor. Zur Vertiefung der Ausbildung sind die genannten Bereiche mit den modernen Techniken und Werkzeugen, z. B. ausgewählte Hard- und Softwarepakete, zu verbinden. Die Auswahl erfolgt nach den didaktischen Erfordernissen sowie nach den Bedürfnissen der Industrie und wird laufend an die Entwicklung angepasst.

Die Automatisierung mit SPS (Speicherprogrammierbare Steuerungen) und die industrielle Informationstechnik mit dem Messen, Steuern, Regeln und Übertragen von Informationen in industriellen Prozessen etwa über Industriebussysteme sind Inhalte des Lehrplans. Zusätzlich enthält die Ausbildung die wesentlichen Elemente aus den Bereichen "Elektrische Anlagen" (Niederspannungs- und Hochspannungsanlagen) und "Elektrische Antriebe" (inklusive Leistungselektronik), sodass die Absolventen umfassende Kenntnisse und Anknüpfungspunkte mit den konventionellen Techniken vorweisen können.

Der Gegenstand "Angewandte Informatik" vermittelt die Kenntnisse rund um den Computer inklusive Betriebssysteme, Programmierung, Netzwerktechnik und Computeranwendungen. Eine Vertiefung ist mit dem Freigegenstand "Netzwerktechnologien" möglich. Projekte und Diplomarbeiten (Projektengineering und -praktikum) werden auch durch unverbindliche Übungen gefördert.

Die Kombination der Lehrinhalte mit den praktischen Fächern "Laboratorium", "Werkstätte" und "Werkstättenlaboratorium" erweist sich als eine besondere Möglichkeit, die Theorie bei praktischen Anwendungen zu erfahren. Neben den technischen Qualifikationen besitzen die Absolventen auch wirtschaftliche und juristische Grundkenntnisse. Die Sprachausbildung in Deutsch und Englisch wird schulautonom verstärkt (1. bzw. 5. Jahrgang) und durch Kommunikations- und Präsentationstechniken ergänzt.

BERUFLICHE FÄHIGKEITEN:

Die Absolventen verfügen über Kenntnisse in der Planung, Berechnung, Dimensionierung und normgerechter Auslegung elektrotechnischer und elektronischer Anlagen sowie Anlagen der Informationstechnik. Sie wurden während ihrer Ausbildung mit projektorientierten Arbeitsweisen (Projektmanagement) vertraut gemacht, sind es gewohnt den Computer intensiv zu verwenden und sich neues Wissen zu erarbeiten bzw. sich neue Informationsquellen (z.B. über das Internet) zu erschließen. Sie sind in der Lage Entwurfs-, Fertigungs- und Installationspläne zu erstellen, und deren Ausführung in der Praxis zu überwachen.

Neben ihren technischen Qualifikationen besitzen die Absolventen auch wirtschaftliche und juristische Grundkenntnisse (Marketing, Mitarbeiterführung, Verhandlungstechnik, Vertragsgestaltung, Präsentationstechnik). Die Absolventen sprechen zumindest die Fremdsprache Englisch, und konnten ihre Kommunikationsfähigkeit durch eine Reihe von Referaten entwickeln.

Stundentafel der Höheren Lehranstalt,
Ausbildungsschwerpunkt
Energietechnik und industrielle Elektronik

(gültig ab Schuljahr 2003/04, mit schulautonomen Änderungen)

Gegenstand

Jahrgang

Summe

1. 2. 3. 4. 5.

1. bis 5.

Religion 2 2 2 2 2 10
Deutsch 3 2 2 2 2 11
Englisch 2 2 2 2 3 11
Geschichte und politische Bildung - - - 2 2 4
Leibesübungen 2 2 1 1 1 7
Geographie und Wirtschaftskunde 2 1 - - - 3
Wirtschaft und Recht - - - 2 3 5
Angewandte Mathematik 4 4 3 2 2 15
Angewandte Physik 2 2 1 - - 5
Angewandte Chemie und Ökologie 2 2 - - - 4
Darstellende Geometrie 2 - - - - 2
Angewandte Informatik 2 2 2 - - 6
Grundlagen des Maschinenbaus 2 3 - - - 5
Allgemeine Elektrotechnik 3 5 1 - - 9
Elektronik und Mikroelektronik - - 2 4 2 8
Mess-, Steuerungs- u. Regelungstechnik - - 3 3 2 8
Elektr. Antriebe u. Leistungselektronik - - 2 3 3 8
Elektrische Anlagen - - 3 3 3 9
Konstruktionsübungen 2 2 2 4 4 14
Laboratorium - - 3 4 6 13
Werkstättenlaboratorium - - 4 3 3 10
Werkstätte 8 7 3 - - 18
Jahressumme/Gesamtsumme 38 36 36 37 38 185



Freigegenstände: Zweite lebende Fremdsprache, Kommunikation und Präsentation, Datenbanksysteme, Programmieren, Netzwerktechnologien, "Europäischer Computer-Führerschein" (ECDL), Linux (Grund- und Aufbaukurs), Windows Serververwaltung, Qualitätsmanagement, Projektengineering und -praktikum

Unverbindliche Übungen: Leibesübungen, Englisch (Internationale Qualifikationen)

Pflichtpraktikum: Jeder Schüler hat vor seinem Eintritt in den 5.Jahrgang in der unterrichtsfreien Zeit ein Pflichtpraktikum zu leisten. Dieses Pflichtpraktikum umfasst zumindest 8 Wochen.

Details siehe unter:
Schulautonome Änderungen des Lehrplans und Schwerpunkte der Abteilung für Elektrotechnik (Download des gültigen Lehrplans!)
sowie Enertronik

NEUER LEHRPLAN ELEKTROTECHNIK - Informationen gibt es HIER!

STUDIENBERECHTIGUNGEN und TITEL

Die erfolgreich abgeschlossene Reife- und Diplomprüfung beinhaltet folgende Berechtigungen:

  • Studium an jeder Universität (allenfalls mit Zusatzprüfung Latein, Biologie, Griechisch)
  • Studium an jeder Fachhochschule - bei fachlich einschlägigen Studienrichtungen ist der Einstieg in das 3. Semester möglich!
  • Verleihung der Standesbezeichnung "INGENIEUR" nach dreijähriger facheinschlägiger Berufspraxis (auf Antrag)
  • Verleihung des Titels "DIPLOM-HTL-INGENIEUR" ("Dipl.-HTL-Ing.") nach sechsjähriger Berufspraxis, Vorlage einer schriftlichen Arbeit und Ablegung einer fachlichen Prüfung [Anmerkung: Die gesetzliche Grundlage für die Verleihung dieses Grades läuft nach dem derzeitigen Informationsstand aus].



GEWERBEBERECHTIGUNGEN
(Download:  Zusammenstellung mit Rechtsgrundlagen)

  • Recht zur Ablegung der Meisterprüfung für eine Anzahl von Handwerken und verbundenen Handwerken, z. B. Mechatroniker (Elektronik, Büro- und EDV-Systemtechnik, Elektromaschinenbau und Automatisierung, Medizingerätetechnik)
  • Zugang zu reglementierten Gewerben nach Erbringung weiterer Erfordernisse (Mindest-Fachpraxiszeiten, Befähigungsprüfungen, Lehrgänge), z. B. Mechatroniker
  • Entfall der Unternehmerprüfung laut Gewerbeordnung



SONSTIGE BEGÜNSTIGUNGEN

  • Ersatz von Lehrzeiten in einer Reihe von Lehrberufen; das Ausmaß des Lehrzeitersatzes hängt von der Anzahl positiv absolvierter Schulstufen ab.
  • Anrechnung von Vorkenntnissen bei Eintritt in einen Fachhochschul-Studiengang; das Ausmaß richtet sich nach der Verwandtschaft der Ausbildungen - bei einschlägigen technischen Studienrichtungen ist der Einstieg in das 3. Semester möglich!
  • Anerkennung der Berufsberechtigungen im gesamten EU-Raum.



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Downloads:
Lehrplan HET (315 kB):   2009_Lehrplan_HET.pdf
Enertronik (als Download, 350 kB):   Enertronik.pdf