Energie, Technik und Logistik hautnah erleben

Von 19. bis 21. Oktober 2026 verbrachte die Klasse 3AFET der HTL Wien 10 drei spannende und lehrreiche Tage in Kaprun. Gemeinsam mit 16 Schülern sowie den Professoren Christian Femböck und Markus Schöggl standen interessante Einblicke in die Energieversorgung, den Tourismus und die Logistik auf dem Programm.

Am ersten Tag besichtigte die Klasse die Bergbahnen am Kitzsteinhorn und erhielt spannende Einblicke in die technische Infrastruktur eines hochalpinen Gletscherskigebiets. Die Gletscherbahnen Kaprun AG wurde 1963 gegründet. Am 12. Dezember 1965 konnten erstmals Gäste mit der Seilbahn zum heutigen Alpincenter auf rund 2.450 Metern Seehöhe fahren. Die Gipfelbahn zur Station auf 3.029 Metern folgte im Jahr 1966.

Auch die Leistungsfähigkeit der Bergbahnen ist beeindruckend: Das Skigebiet Kitzsteinhorn und die Bergbahnen in Kaprun verfügen zusammen über eine Beförderungskapazität von rund 43.965 Personen pro Stunde. Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden am Kitzsteinhorn und Maiskogel insgesamt 1.272.732 Gäste gezählt. Diese Zahlen verdeutlichen die große Bedeutung einer leistungsfähigen Seilbahninfrastruktur für den alpinen Tourismus.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Energieerzeugung. Bei einer Führung durch die Kraftwerksgruppe Kaprun lernten die Schüler die Funktionsweise der Wasserkraft und der Pumpspeicherung kennen. Besonders beeindruckend waren die Dimensionen der Anlagen: Das Speicherkraftwerk Kaprun-Hauptstufe ist seit 1953 in Betrieb und verfügt über eine Leistung von 260 Megawatt (MW). Mit dem Pumpspeicherkraftwerk Limberg II, das 2011 in Betrieb genommen wurde, kamen weitere 480 MW Leistung hinzu.

Dabei erfuhren die Schüler, wie Pumpspeicherkraftwerke zur Stabilisierung der Stromversorgung beitragen: Bei einem Stromüberschuss wird Wasser in höher gelegene Speicherbecken gepumpt. Bei erhöhtem Strombedarf kann es wieder abgelassen und zur Stromerzeugung genutzt werden. Auf diese Weise kann überschüssige Energie gespeichert und bei Bedarf wieder ins Stromnetz eingespeist werden.

Im Anschluss besichtigte die Klasse Limberg II und erhielt weitere Einblicke in die moderne Kraftwerkstechnik. Ein weiteres bedeutendes Projekt der Kraftwerksgruppe ist das Pumpspeicherkraftwerk Limberg III, das 2025 eröffnet wurde. Mit einer Turbinen- und Pumpleistung von jeweils 480 MW erweitert es die bestehende Kraftwerksgruppe erheblich. Die Anlage nutzt ebenfalls das Höhengefälle zwischen den Speicherseen Wasserfallboden und Mooserboden. Dank moderner, drehzahlvariabler Pumpturbinen kann Limberg III flexibel auf Schwankungen im Stromnetz reagieren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Integration erneuerbarer Energien.

Zum Zeitpunkt der Exkursion im Oktober 2026 war Limberg III allerdings noch von Reparaturarbeiten an den Generatoren betroffen. Dadurch wurde zusätzlich deutlich, wie wichtig Wartung, Instandhaltung und technische Zuverlässigkeit für den sicheren Betrieb großer Kraftwerksanlagen sind.

Zum Abschluss des zweiten Tages stand ein Besuch des Logistikzentrums von Sport Bründl auf dem Programm. Dort lernten die Schüler die Abläufe und Herausforderungen einer modernen Logistikorganisation kennen und erhielten Einblicke in die Koordination von Warenströmen und betrieblichen Prozessen.

Am dritten Tag trat die Klasse die Heimreise nach Wien an. Die Exkursion bot eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht und zeigte eindrucksvoll, wie elektrotechnische Anlagen, nachhaltige Energieerzeugung, moderne Seilbahntechnik und effiziente Logistik in der Praxis funktionieren.

Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Unternehmen und Verantwortlichen, die diese spannende und lehrreiche Exkursion ermöglicht haben. [SHG]

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